Symptome vom Melanom beim Hund

Die Symptome eines Melanoms beim Hund hängen vor allem davon ab, an welcher Körperstelle der Tumor entsteht. Bei einem Melanom handelt es sich um eine Geschwulst der pigmentbildenden Zellen (Melanozyten). Sie kann an der behaarten Haut, in der Mundhöhle, an der Pfote — hier vor allem am Krallenbett — oder am Auge auftreten. Viele Melanome fallen zunächst nur als kleine dunkle Veränderung auf und lassen sich mit bloßem Auge nicht von einer harmlosen Pigmentansammlung unterscheiden. Da bösartige Formen bereits ab einer relativ geringen Größe Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden können, sollten verdächtige Veränderungen ernst genommen und frühzeitig tierärztlich abgeklärt werden.

Wo Melanome auftreten — und warum das wichtig ist

Die Lokalisation (der Sitz des Tumors) gibt beim Hund einen ersten Hinweis auf die Gut- oder Bösartigkeit. Melanome der behaarten Haut verhalten sich mehrheitlich gutartig. Melanome der Mundhöhle, des Krallenbetts und der Pfote sowie der Übergänge zwischen Haut und Schleimhaut (mukokutane Übergänge, etwa an den Lippen) sind dagegen überwiegend bösartig. Auch am Auge kommen melanozytäre Tumoren vor; sie metastasieren selten, können aber das Auge selbst erheblich schädigen.

Veränderungen an Haut und Schleimhaut

Klassische Anzeichen eines Melanoms beim Hund sind dunkle Verfärbungen der Haut oder des Zahnfleischs. Sie ähneln nicht selten einem Muttermal und können flach oder knotig sein. Zu beachten ist allerdings: Nicht jedes Melanom ist pigmentiert. Vor allem in der Mundhöhle kommen sogenannte amelanotische Melanome vor, die keine dunkle Färbung zeigen und daher leicht mit anderen Tumoren verwechselt werden. Auf folgende Auffälligkeiten sollte geachtet werden:

  • neu entstandene oder wachsende dunkle Flecken, Knoten oder Knötchen
  • offene, nässende oder blutende Stellen (Ulzerationen)
  • Rötungen, Schwellungen oder Verhärtungen der Haut
  • Juckreiz oder ständiges Belecken einer Körperstelle
  • Lahmheit, eine gespaltene oder ausgefallene Kralle oder eine geschwollene Zehe (mögliche Hinweise auf ein Melanom im Krallenbett)
  • vermehrter Speichelfluss, blutiger Speichel, Mundgeruch oder Schwierigkeiten beim Fressen (mögliche Hinweise auf ein Melanom in der Mundhöhle)

Unspezifische Anzeichen

Je nach Lage und Stadium können Melanome auch Allgemeinsymptome verursachen. Diese sind nicht eindeutig einer Tumorerkrankung zuzuordnen, sondern zeigen zunächst nur an, dass es dem Tier nicht gut geht. Dazu zählen zum Beispiel Apathie (Teilnahmslosigkeit), Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Wesensveränderungen. Hat der Tumor bereits gestreut, kann auch die betroffene Körperregion Beschwerden verursachen: Bei Metastasen in der Lunge kann es etwa zu chronischem Husten oder Atemnot kommen.

Diagnose

Die Diagnose stellt der Tierarzt. In der Regel wird zunächst eine Feinnadelaspiration durchgeführt — dabei werden mit einer dünnen Kanüle Zellen aus der Umfangsvermehrung entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt. Die endgültige Diagnose wird durch eine Biopsie (Gewebeprobe) mit anschließender pathologischer Untersuchung gesichert. Darüber hinaus ist ein Staging (die Ermittlung des Krankheitsstadiums) notwendig: Dazu gehören die Untersuchung der regionären Lymphknoten sowie bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie der Lunge und Ultraschall des Bauchraums.

Behandlung

Sofern möglich, sollte eine chirurgische Entfernung des Melanoms mit ausreichendem Sicherheitsabstand angestrebt werden. Bei unvollständiger Entfernung oder ungünstiger Lage kann eine Strahlentherapie in Betracht gezogen werden. Die Chemotherapie spielt eine untergeordnete Rolle: In einer Untersuchung von Rassnick et al. sprachen 28 % der Hunde mit malignem Melanom auf Carboplatin (ein Chemotherapeutikum) an. Nach der vollständigen operativen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim malignen Melanom des Hundes liegen bislang nicht vor. Eine ausführliche Darstellung der Behandlungsmöglichkeiten und der Prognose findet sich auf der Übersichtsseite zum Melanom beim Hund.

Quellen

Bergman PJ, Selmic LE, Kent MS (2020): Melanoma. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 367–381.

Rassnick KM et al. (2001): Use of carboplatin for treatment of dogs with malignant melanoma: 27 cases (1989–2000). J Am Vet Med Assoc 218(9):1444–1448.

Smedley RC et al. (2022): Diagnosis and histopathologic prognostication of canine melanocytic neoplasms: A consensus of the Oncology-Pathology Working Group. Vet Comp Oncol 20(4):739–751.

Fragen zur dendritischen Zelltherapie bei Tumor- und Autoimmunerkrankungen? Wir beraten Sie kostenlos.