Tumorerkrankung

Lebenserwartung einer Katze mit einem Lebertumor

Die Lebenserwartung einer Katze mit einem Lebertumor hängt von der Tumorart, dem Stadium, einer möglichen Metastasierung und dem Allgemeinzustand des Tieres ab — und ganz wesentlich davon, ob der Tumor operativ entfernt werden kann. Die belegten Zahlen zeigen: Mit einer gelungenen Operation sind auch bei bösartigen Lebertumoren lange Verläufe möglich.

Belegte Überlebenszeiten

In der bislang größten multizentrischen Auswertung bösartiger primärer Lebertumoren bei Katzen (Brandstetter et al., 40 Katzen) betrug die mediane Überlebenszeit operierter Katzen 375 Tage gegenüber 16 Tagen ohne Operation. Katzen mit hepatozellulärem Karzinom lebten im Median 868 Tage, mit Gallengangskarzinom 270 Tage; Rezidive (das Wiederauftreten des Tumors) traten bei knapp einem Drittel auf. Gutartige Lebertumoren — bei der Katze häufiger als beim Hund, allen voran die Gallengangsadenome — schränken die Lebenserwartung nach vollständiger Entfernung in der Regel nicht ein.

Diagnosezeitpunkt

Da Lebertumoren lange unbemerkt bleiben, ist die Erkrankung bei der Diagnose oft schon fortgeschritten. Grundsätzlich gilt: Zuerst müssen Tumorart und Stadium bestimmt werden — über Ultraschall, gegebenenfalls Computertomographie und eine Gewebeprobe (Biopsie). Erst dann lassen sich ein Behandlungsplan und eine seriöse Einschätzung der Prognose aufstellen.

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Metastasen

Haben sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet, verschlechtert das die Aussichten, weil dann meist nicht alle Tumorzellen entfernt werden können. Auch dann kann die Entfernung des Haupttumors sinnvoll sein, wenn er durch Größe oder Lage Beschwerden verursacht — das Ziel verschiebt sich dann auf die Linderung und den Erhalt der Lebensqualität.

Behandlung

In einem frühen Stadium ist die Operation die Behandlung der Wahl: Der betroffene Leberlappen wird entfernt, womit die beste Ausgangslage geschaffen ist. Chemotherapie und Bestrahlung spielen bei den soliden Lebertumoren der Katze nur eine untergeordnete Rolle; beim Lymphom mit Leberbeteiligung ist die Chemotherapie dagegen die Behandlung der Wahl. Nach der bestmöglichen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Lebertumor der Katze liegen bislang nicht vor.

Wenn keine Therapie möglich ist

Ist die Katze zu geschwächt oder die Erkrankung zu weit fortgeschritten, kann der Tierarzt von einer eingreifenden Behandlung abraten. Auch dann lässt sich viel tun: eine an die Lebererkrankung angepasste Ernährung, Medikamente gegen Übelkeit und Fressunlust sowie eine konsequente Schmerzbehandlung erhalten oft über längere Zeit eine gute Lebensqualität — und wirken dem Gewichtsverlust entgegen, der für Katzen schnell bedrohlich wird.

Quellen

Brandstetter V et al. (2023): Feline primary nonhematopoietic malignant liver tumours: A multicenter retrospective study (2000–2021). Vet Comp Oncol 21(2):191–199.

Liptak JM (2020): Hepatobiliary Tumors. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 454–460.

Kessler M (2022): Tumoren der Leber bei der Katze. In: Kessler M (Hrsg.): Kleintieronkologie. 4. Aufl., Stuttgart, 512–515.

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Häufige Fragen

Wie lange lebt eine Katze mit einem Lebertumor?

In der bislang größten multizentrischen Auswertung bösartiger primärer Lebertumoren bei Katzen (40 Tiere) betrug die mediane Überlebenszeit operierter Katzen 375 Tage gegenüber 16 Tagen ohne Operation. Katzen mit hepatozellulärem Karzinom, also einem Tumor der Leberzellen, lebten im Median 868 Tage, mit Gallengangskarzinom 270 Tage. Die Lebenserwartung hängt dabei von Tumorart, Stadium, möglicher Metastasierung und dem Allgemeinzustand ab.

Wie lange lebt eine Katze mit einem Lebertumor ohne Operation?

In der genannten Auswertung lebten Katzen mit bösartigen primären Lebertumoren ohne Operation im Median nur 16 Tage, operierte Katzen dagegen 375 Tage. Die belegten Zahlen sprechen daher in der Regel für eine Operation, sofern der Zustand der Katze sie zulässt.

Ist ein gutartiger Lebertumor bei der Katze gefährlich?

Gutartige Lebertumoren sind bei der Katze häufiger als beim Hund, allen voran die Gallengangsadenome. Nach vollständiger Entfernung schränken sie die Lebenserwartung in der Regel nicht ein.

Was bedeuten Metastasen für die Prognose beim Lebertumor der Katze?

Haben sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet, verschlechtert das die Aussichten, weil dann meist nicht alle Tumorzellen entfernt werden können. Auch dann kann die Entfernung des Haupttumors sinnvoll sein, wenn er durch Größe oder Lage Beschwerden verursacht — das Ziel verschiebt sich dann auf die Linderung und den Erhalt der Lebensqualität.

Was kann man tun, wenn eine Operation nicht mehr möglich ist?

Ist die Katze zu geschwächt oder die Erkrankung zu weit fortgeschritten, kann der Tierarzt von einer eingreifenden Behandlung abraten. Auch dann lässt sich viel tun: eine an die Lebererkrankung angepasste Ernährung, Medikamente gegen Übelkeit und Fressunlust sowie eine konsequente Schmerzbehandlung erhalten oft über längere Zeit eine gute Lebensqualität. Das wirkt zugleich dem Gewichtsverlust entgegen, der für Katzen schnell bedrohlich wird.

Welche Behandlung verlängert das Leben beim Lebertumor der Katze?

In einem frühen Stadium ist die Operation die Behandlung der Wahl: Der betroffene Leberlappen wird entfernt. Chemotherapie und Bestrahlung spielen bei den soliden Lebertumoren der Katze nur eine untergeordnete Rolle; beim Lymphom mit Leberbeteiligung ist die Chemotherapie dagegen die Behandlung der Wahl. Nach der bestmöglichen Entfernung ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren; kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Lebertumor der Katze liegen bislang nicht vor.

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