Tumorerkrankung
Häufigkeiten der Tumorarten bei Hunden Katzen und Pferden
Häufigkeit der Tumore beim Hund
In seinem Lehrbuch beschriebt Dr. Kessler das Mammakarzinom mit 30% Häufigkeit als häufigste Tumorart bei Hunden. Weitere häufige Tumorarten sind Melanome (15%) und Fibrosarkome (12%). Weniger häufig kommen Tumorarten wie Sarkom (4%) oder Mastzelltumor (4%) vor.

Die Häufigkeiten der Tumorarten bereits mit dendritischen Tumorvakzinen behandelten Hunden folgt der Einordnung durch Kessler nur bedingt. So wurde ein viel größerer Teil der Patienten mit einem Mastzelltumor diagnostiziert und mit einer Immuntherapie durch Tumorvakzine behandelt.
Mastzelltumor | 19,35% |
Mammakarzinom | 16,77% |
Hämangiosarkom | 7,74% |
Melanom | 7,74% |
Lymphom | 7,10% |
Fibrosarkom | 5,81% |
Adenokarzinom | 5,16% |
Spindelzelltumor | 4,52% |
Plattenepithelkarzinom | 2,58% |
Andere Tumorarten | 23,24% |
Häufigkeit der Tumore bei der Katze
Das Fibrosarkom ist mit 54% Häufigkeit laut Kessler der am häufigsten vorkommende Tumor bei der Katze. Zusätzlich wird von Kessler das Plattenepithelkarzinom mit einer Häufigkeit von 27% als zweithäufigster Tumor angeführt.

Unsere eigene Erfahrung zeigt, dass der Anteil des Fibrosarkoms sogar noch höher liegen kann.
Fibrosarkom | 61.67% |
Plattenepithelkarzinom | 23.33% |
Lungentumor | 5% |
Adenokarzinom | 3.33% |
Karzinom | 3.33% |
Mammakarzinom | 3.33% |
Weitere weniger häufige Tumore können Lungentumore, Adenokarzinome und Mammakarzinome sein.
Häufigkeit der Tumore beim Pferd
Die am häufigsten vorkommende Tumorart beim Pferd ist das Plattenepithelkarzinom laut Kessler mit 37%. Danach folgen das Equine Sarkoid mit 27% sowie das Fibrosarkom mit 19% und das Melanom mit 18%.

Unsere eigenen Erfahrungen beim Pferd zeigen folgendes Bild:
Equines Sarkoid | 63.33% |
Plattenepithelkarzinom | 16.67% |
Melanom | 13.33% |
Fibrosarkom | 6.67% |
In unseren Daten kommt also das Plattenepithelkarzinom nicht so häufig vor, wie von Kessler vorhergesagt. Die vier von Kessler genannten Tumorarten finden sich aber auch in unseren Daten wieder.
Quellen
Kessler M. (Hrsg.): Kleintieronkologie. Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen bei Hund und Katze. 3. Ausgabe 2013. Enke Verlag
Häufige Fragen
Welche Tumorart ist beim Hund am häufigsten?
Nach dem Lehrbuch von Dr. Kessler ist das Mammakarzinom (Milchdrüsenkrebs) mit rund 30 % die häufigste Tumorart beim Hund. Es folgen Melanome mit 15 % und Fibrosarkome mit 12 %, während etwa Sarkome oder Mastzelltumoren mit jeweils rund 4 % seltener beschrieben werden.
Welcher Tumor kommt bei Katzen am häufigsten vor?
Laut Kessler ist das Fibrosarkom, also ein bösartiger Bindegewebstumor, mit 54 % der häufigste Tumor der Katze, gefolgt vom Plattenepithelkarzinom mit 27 %. Unsere eigene Erfahrung zeigt, dass der Anteil des Fibrosarkoms sogar noch höher liegen kann — in unseren Daten bei knapp 62 %.
Welche Tumorart tritt beim Pferd am häufigsten auf?
Nach Kessler ist das Plattenepithelkarzinom mit 37 % die häufigste Tumorart beim Pferd, gefolgt vom Equinen Sarkoid mit 27 %, dem Fibrosarkom mit 19 % und dem Melanom mit 18 %. In unseren eigenen Daten steht dagegen das Equine Sarkoid mit gut 63 % an erster Stelle, während das Plattenepithelkarzinom seltener vorkommt als vorhergesagt.
Weichen die Zahlen aus der Praxis von den Lehrbuchangaben ab?
Ja, teilweise deutlich. Bei den Hunden, die bereits mit dendritischen Tumorvakzinen — also einer Immuntherapie mit körpereigenen Zellen — behandelt wurden, folgt die Verteilung der Einordnung durch Kessler nur bedingt: Der Mastzelltumor macht hier mit gut 19 % einen viel größeren Anteil aus, gefolgt vom Mammakarzinom mit knapp 17 %. Auch beim Pferd finden sich die vier von Kessler genannten Tumorarten wieder, allerdings in anderer Gewichtung.
Woher stammen die Häufigkeitsangaben zu den Tumorarten?
Die Lehrbuchzahlen stammen aus der Kleintieronkologie von M. Kessler (3. Ausgabe 2013, Enke Verlag), einem Standardwerk zu Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen bei Hund und Katze. Ergänzend werden eigene Patientendaten gegenübergestellt, die in einzelnen Punkten von den Lehrbuchangaben abweichen.