Dünndarmtumor beim Hund
Bei einem Dünndarmtumor beim Hund handelt es sich um eine Neubildung in einem der drei Dünndarmabschnitte: dem Zwölffingerdarm (Duodenum) direkt hinter dem Magen, in den auch die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge münden, dem Leerdarm (Jejunum) und dem Krummdarm (Ileum) am Übergang zum Dickdarm. Dünndarmtumoren sind selten, aber in der großen Mehrzahl bösartig — angegeben werden bis zu 90 %. Ein Darmtumor des Dünndarms wird wegen der unspezifischen Beschwerden oft erst nach Wochen erkannt.
Tumorarten
Der häufigste Dünndarmtumor des Hundes ist das intestinale Lymphom. Daneben kommen Adenokarzinome und adenomatöse Polypen, Leiomyome und Leiomyosarkome (gut- und bösartige Tumoren der glatten Muskulatur), gastrointestinale Stromatumoren (GIST), Mastzelltumoren und sogenannte Karzinoide vor. Die Unterscheidung trifft der Pathologe — sie ist entscheidend, weil sich Behandlung und Prognose deutlich unterscheiden.
Symptome
Bis zur Vorstellung beim Tierarzt bestehen die Krankheitszeichen häufig schon sechs bis acht Wochen. Typisch sind Gewichtsverlust, Durchfall und Erbrechen, Appetitlosigkeit und Schmerzhaftigkeit im Bauchbereich. Seltener finden sich Blut im Kot, eine Blutarmut (Anämie) oder eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) — Letztere ist als paraneoplastisches Zeichen vor allem bei Tumoren der glatten Muskulatur beschrieben (Cohen et al.).
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Diagnose
Bei der klinischen Untersuchung lässt sich eine Umfangsvermehrung im Bauch gelegentlich ertasten. Klarheit bringen Röntgen- und Ultraschalluntersuchung: Sichtbar wird ein solider Tumor oder eine deutliche Verdickung der Darmwand (Paoloni et al.). Wenn möglich, wird durch eine Biopsie (Gewebeprobe) die Tumorart bestimmt; gelingt das nicht, folgt eine diagnostische Bauchoperation (Laparotomie), bei der die Ausdehnung beurteilt und das Tumorgewebe möglichst vollständig entfernt wird.
Behandlung
Außer beim Lymphom — hier ist die Chemotherapie die Behandlung der Wahl — sollte der betroffene Darmabschnitt chirurgisch mit weiten Sicherheitsabständen entfernt werden. Bauch- und Leberlymphknoten sowie die Leber werden dabei auf Tochtergeschwülste (Metastasen) untersucht. Nach der feingeweblichen Untersuchung mit bösartigem Befund ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren. Sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit beim Dünndarmtumor des Hundes liegen bislang nicht vor.
Prognose
Die Prognose hängt von der Tumorart und der Vollständigkeit der Entfernung ab. Für das Adenokarzinom des Dünndarms fand die Untersuchung von Smith et al. nach der Tumorentfernung — teils mit ergänzender Chemotherapie — eine mediane Überlebenszeit von 544 Tagen; 60 % der Hunde lebten länger als ein Jahr. Beim Leiomyosarkom überlebten Hunde, die die Zeit nach der Operation überstanden, im Median 21 Monate (Cohen et al.). Diese Zahlen zeigen: Die Diagnose Dünndarmtumor ist ernst, aber kein Grund, vorschnell aufzugeben.
Quellen
Selmic LE (2020): Intestinal Tumors. In: Vail DM, Thamm DH, Liptak JM (Hrsg.): Withrow & MacEwen’s Small Animal Clinical Oncology. 6. Aufl., St. Louis, MO, Elsevier, 460–468.
Kessler M (2022): Tumoren des Dünndarms. In: Kessler M (Hrsg.): Kleintieronkologie. 4. Aufl., Stuttgart, 443–447.
Smith AA, Frimberger AE, Moore AS (2019): Retrospective study of survival time and prognostic factors for dogs with small intestinal adenocarcinoma treated by tumor excision with or without adjuvant chemotherapy. J Am Vet Med Assoc 254(2):243–250.
Paoloni MC, Penninck DG, Moore AS (2002): Ultrasonographic and clinicopathologic findings in 21 dogs with intestinal adenocarcinoma. Vet Radiol Ultrasound 43(6):562–567.
Cohen M, Post GS, Wright JC (2003): Gastrointestinal leiomyosarcoma in 14 dogs. J Vet Intern Med 17(1):107–110.
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Häufige Fragen
Ist ein Dünndarmtumor beim Hund bösartig?
Dünndarmtumoren sind beim Hund selten, aber in der großen Mehrzahl bösartig – angegeben werden bis zu 90 %. Der häufigste Dünndarmtumor ist das intestinale Lymphom; daneben kommen unter anderem Adenokarzinome, Leiomyome und Leiomyosarkome (gut- und bösartige Tumoren der glatten Muskulatur), gastrointestinale Stromatumoren (GIST) und Mastzelltumoren vor. Die Unterscheidung trifft der Pathologe, denn Behandlung und Prognose unterscheiden sich deutlich.
Welche Symptome hat ein Hund mit einem Dünndarmtumor?
Typisch sind Gewichtsverlust, Durchfall und Erbrechen, Appetitlosigkeit und Schmerzhaftigkeit im Bauchbereich. Seltener finden sich Blut im Kot, eine Blutarmut (Anämie) oder eine Unterzuckerung (Hypoglykämie), die als paraneoplastisches Zeichen – also als tumorbedingte Begleiterscheinung – vor allem bei Tumoren der glatten Muskulatur beschrieben ist.
Warum wird ein Dünndarmtumor beim Hund oft erst spät erkannt?
Die Beschwerden sind unspezifisch, das heißt, sie können auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Bis zur Vorstellung beim Tierarzt bestehen die Krankheitszeichen daher häufig schon sechs bis acht Wochen.
Wie wird ein Dünndarmtumor beim Hund diagnostiziert?
Gelegentlich lässt sich eine Umfangsvermehrung im Bauch bereits ertasten; Klarheit bringen Röntgen- und Ultraschalluntersuchung, in denen ein solider Tumor oder eine deutliche Verdickung der Darmwand sichtbar wird. Wenn möglich, wird die Tumorart durch eine Biopsie (Gewebeprobe) bestimmt. Gelingt das nicht, folgt eine diagnostische Bauchoperation (Laparotomie), bei der die Ausdehnung beurteilt und das Tumorgewebe möglichst vollständig entfernt wird.
Wie wird ein Dünndarmtumor beim Hund behandelt?
Außer beim Lymphom, bei dem die Chemotherapie die Behandlung der Wahl ist, sollte der betroffene Darmabschnitt chirurgisch mit weiten Sicherheitsabständen entfernt werden; Bauch- und Leberlymphknoten sowie die Leber werden dabei auf Metastasen (Tochtergeschwülste) untersucht. Nach der feingeweblichen Untersuchung mit bösartigem Befund ist die dendritische Zelltherapie eine sinnvolle Ergänzung, um das Immunsystem gegen verbliebene Tumorzellen zu aktivieren; sie wird beim Haustierarzt durchgeführt und ist gut mit den etablierten Verfahren kombinierbar.
Wie lange lebt ein Hund mit einem Dünndarmtumor?
Die Prognose hängt von der Tumorart und der Vollständigkeit der Entfernung ab. Für das Adenokarzinom des Dünndarms wurde nach der Tumorentfernung – teils mit ergänzender Chemotherapie – eine mediane Überlebenszeit von 544 Tagen berichtet; 60 % der Hunde lebten länger als ein Jahr. Beim Leiomyosarkom überlebten Hunde, die die Zeit nach der Operation überstanden, im Median 21 Monate.