Das Mikrobiom bei Hund und Katze – Darm, Mundhöhle und Haut
Bei dem Mikrobiom handelt es sich um die Gesamtheit der Mikroorganismen — Bakterien, Pilze und Viren —, die einen bestimmten Körperbereich besiedeln: den Darm, die Mundhöhle, die Haut. Das Mikrobiom bei Hund und Katze ist damit kein Nebenschauplatz, sondern ein eigenes Organ, das ständig mit dem Immunsystem in Verbindung steht. Für die Gesundheit Ihres Tieres kommt es darauf an, dass das Gleichgewicht dieser Lebensgemeinschaft erhalten bleibt.
Dass sich dieses Gleichgewicht bei an Tumoren erkrankten Menschen und Tieren verschiebt, wird in den letzten Jahren immer deutlicher erkannt. Deshalb gehört die Frage nach der Darm- und Schleimhautgesundheit heute zu jeder ganzheitlichen Betrachtung eines Tumorpatienten. Diese Seite fasst zusammen, was zum Mikrobiom von Darm, Mundhöhle und Haut bei Hund und Katze bislang bekannt ist — und sagt auch, wo die Datenlage in der Tiermedizin noch dünn ist.
Was ist das Mikrobiom?
Unter dem Begriff Mikrobiom versteht man die Gesamtheit der auf beziehungsweise in einem Körperbereich lebenden Mikroorganismen. Der weitaus größte Teil davon sind Kommensalen, also Mitbewohner, die ihren Wirt nicht schädigen, sondern ihm nützen: Sie schließen Nahrungsbestandteile auf, halten Krankheitserreger in Schach und trainieren das Immunsystem der Schleimhaut.
Gerät diese Gemeinschaft aus dem Gleichgewicht, spricht man von einer Dysbiose — das heißt, einzelne Gruppen nehmen überhand, andere gehen zurück, und die Vielfalt insgesamt nimmt ab. Ausgelöst werden kann eine solche Verschiebung durch Krankheiten selbst, aber auch durch Arzneimittel: Antibiotika und Chemotherapeutika greifen die Zusammensetzung des Mikrobioms empfindlich an. Auch psychischer Stress kann sich auf die Darmgesundheit auswirken — bei Katzen ist ein solcher Zusammenhang mit Magen-Darm-Beschwerden beschrieben; mehr dazu unter Stresskomponente bei Magen-Darm-Erkrankungen bei Katzen.
Ein wichtiger Teil der Arbeit, die das Darmmikrobiom leistet, läuft über die kurzkettigen Fettsäuren — also kleine Fettsäuremoleküle wie Acetat, Propionat und vor allem Butyrat, die von Darmbakterien bei der Vergärung von Ballaststoffen im Dickdarm gebildet werden. Butyrat liefert den Zellen der Dickdarmschleimhaut ihre Energie und unterstützt die örtliche Immunfunktion. Nimmt die Zahl der Butyrat bildenden Bakterien ab, fehlt der Schleimhaut damit ein Stück ihrer Versorgung. Bei Katzen mit Diabetes mellitus ist genau das beschrieben worden — mehr dazu auf der Seite zu Diabetes und mikrobieller Diversität im Darm.
Untersucht wird das Mikrobiom heute nicht mehr über Bakterienkulturen, sondern über die Erbsubstanz: Bei der sogenannten 16S-rRNA-Sequenzierung wird ein für jede Bakterienart charakteristischer Genabschnitt ausgelesen, so dass sich auch Arten erfassen lassen, die sich im Labor gar nicht anzüchten lassen. Zwei Kennzahlen tauchen in solchen Arbeiten immer wieder auf: die Alpha-Diversität, also die Artenvielfalt innerhalb einer einzelnen Probe, und die Beta-Diversität, also der Unterschied zwischen zwei Gruppen von Proben.
Das Darmmikrobiom und Tumorerkrankungen bei Hund und Katze
Krebs ist bei Menschen wie bei Tieren zu einem erheblichen Gesundheitsproblem geworden, mit stetig steigenden Erkrankungs- und Sterberaten. Die kommensale Mikrobiota ist dabei an der Regulierung zahlreicher normaler wie krankhafter Vorgänge beteiligt, und zwar nicht nur im Magen-Darm-System selbst, sondern auch an weiter entfernten Organen und Geweben. Bei Krebserkrankten ist das nicht anders: Verschiedene Aspekte des Mikrobioms sind als antitumoral, also tumorhemmend, andere als tumorfördernd beschrieben worden.
Mit neuen Techniken wie der Hochdurchsatz-DNA-Sequenzierung sind die mikrobiellen Populationen des menschlichen Körpers inzwischen weitgehend beschrieben. In den letzten Jahren sind vermehrt Studien hinzugekommen, die sich auf unsere Haustiere konzentrieren. Untersuchungen zur mikrobiellen Phylogenie — also zur Verwandtschaft der beteiligten Lebewesen — und zur funktionellen Kapazität des Darms von Hunden und Katzen zeigen dabei deutliche Ähnlichkeiten mit dem menschlichen Darm.
Aluai-Cunha et al. haben die Beziehung zwischen Mikrobiota und Krebs bei Mensch und Haustier in einer Übersichtsarbeit zusammengefasst und verglichen. In der Veterinärmedizin liegen bislang Daten zu folgenden Tumorerkrankungen vor:
- multizentrische und intestinale Lymphome
- kolorektale Tumore, also Tumore des Dick- und Enddarms
- Nasenneoplasien, das heißt Neubildungen in der Nasenhöhle
- Mastzelltumore
Im Rahmen des One-Health-Gedankens, der Mensch, Tier und Umwelt gemeinsam betrachtet, können solche integrativen Studien zum Verständnis der Tumorentstehung beitragen. Darüber hinaus eröffnen sie die Möglichkeit, neue diagnostische und therapeutische Biomarker zu entwickeln — sowohl für die Veterinär- als auch für die Humanonkologie.
Das orale Mikrobiom bei Mundtumoren von Hund und Katze
Beim Menschen deuten neuere Erkenntnisse darauf hin, dass das orale Mikrobiom — insbesondere bestimmte Bakterienarten — zur Entstehung von Kopf-Hals-Krebs beiträgt. Der angenommene Weg führt über chronische Entzündungen und eine genomische Instabilität, also eine erhöhte Fehleranfälligkeit des Erbguts der Schleimhautzellen. Ob dies auch für Hund und Katze gilt, ist bislang unklar.
Forscher der University of Florida in Gainesville sind dieser Frage nachgegangen und haben ihre Ergebnisse auf der Jahrestagung der Veterinary Cancer Society vorgestellt. Ihre Ausgangshypothese lautete, dass Hunde mit malignem Melanom im Mundraum und Katzen mit oralem Plattenepithelkarzinom — einem bösartigen Tumor, der von der obersten Zellschicht der Schleimhaut ausgeht — eine andere Zusammensetzung der Mundflora aufweisen als gesunde Tiere.
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Die untersuchten Patienten
Entnommen wurden DNA-Abstriche aus der Wangenschleimhaut von 10 noch unbehandelten Hunden mit malignem Melanom und 6 Katzen mit oralem Plattenepithelkarzinom. Zur Kontrolle wurde bei 12 Hunden und 13 Katzen ebenfalls ein Abstrich im Mundraum genommen. Die gewonnene DNA wurde extrahiert und einer Next-Generation-Sequenzierung der 16S-rRNA unterzogen.
Deutliche Unterschiede zwischen gesunden und erkrankten Tieren
Die Beta-Diversität unterschied sich bei beiden Tierarten signifikant zwischen tumorbefallenen und gesunden Tieren, die Alpha-Diversität hingegen nicht. Bei Hunden waren in der Melanom-Gruppe Bacteroides pyogenes (p = 0,0004) und Tannerella forsythia (p = 0,047) häufiger anzutreffen; beide Gattungen werden beim Menschen mit Darm- beziehungsweise Speiseröhrenkrebs in Verbindung gebracht. Bei erkrankten Katzen fanden sich Bacteroides pyogenes (p = 0,05) und Porphyromonas cangingivalis (p = 0,05) häufiger. Porphyromonas wird beim Menschen mit Krebserkrankungen des Mund- und Verdauungstraktes assoziiert.
Bemerkenswert ist ein Nebenbefund: Von allen Patienten wurden Angaben zu kürzlich durchgeführten Antibiotikabehandlungen und zu Zahnerkrankungen erhoben — keiner dieser beiden Faktoren war signifikant mit dem Vorliegen eines Tumors im Mundraum verbunden.
Diese kleine Untersuchung zeigt also bereits eine deutliche Häufung bestimmter Mikroorganismen bei Tieren mit Tumoren der Mundhöhle, und zwar solcher Arten, die beim Menschen mit Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich in Verbindung gebracht werden. Ein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang ist das noch nicht. Die weitere Forschung muss die Patientenzahlen deutlich erhöhen und klären, welche klinische Rolle diese Mikroorganismen bei der Förderung von Entzündungen tatsächlich spielen.
Welche Tumorarten im Maul von Hund und Katze vorkommen und woran Sie sie erkennen, lesen Sie auf den Seiten zu oralen Tumoren bei Hund und Katze und zum Maultumor bei der Katze.
Das Mikrobiom der Haut und Mundschleimhaut bei Katzen
Nicht nur Erkrankungen prägen das Mikrobiom — auch das gesunde Tier bringt seine eigene Ausstattung mit. Wissenschaftler des College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences der Texas A&M University haben untersucht, wovon die Zusammensetzung des Mikrobioms auf der Haut und in der Mundschleimhaut der Katze eigentlich abhängt. Bis dahin war angenommen worden, dass das bakterielle Mikrobiom vor allem für den jeweiligen Körperbereich charakteristisch ist, das fungale — also das von Pilzen bestimmte — Mikrobiom dagegen für die einzelne Katze. Der Genotyp der Tiere, das heißt ihre genetische Ausstattung, und die Umgebung, in der sie leben, waren bis dahin nie einbezogen worden, obwohl sich beide Faktoren bei anderen Tierarten als wichtig erwiesen hatten.
Older et al. nahmen dazu Tupferproben von Haut und Mundschleimhaut verschiedener Katzen. Die Ergebnisse:
- Das Mikrobiom unterscheidet sich deutlich zwischen den Katzenrassen; Bengalen und Sphinxkatzen zeigten die größte Abweichung.
- Tiere mit Zugang nach draußen wiesen eine größere Vielfalt an Organismen auf als reine Wohnungskatzen.
- Insgesamt werden das bakterielle Mikrobiom von Haut und Mundschleimhaut sowie das fungale Mikrobiom der Haut stärker durch die Rassenzugehörigkeit geprägt als durch die Umwelt.
Für die Praxis heißt das zweierlei. Erstens gibt es keinen einheitlichen Normalbefund, an dem sich jede Katze messen lassen müsste — was bei einer Sphinxkatze zur Ausstattung gehört, kann bei einer Hauskatze auffällig sein. Zweitens verdient die Mundschleimhaut Aufmerksamkeit, und zwar aus einem sehr praktischen Grund: Maultumore werden häufig zu spät erkannt. Eine regelmäßige Kontrolle von Zähnen und Schleimhaut — beim Tierarzt und zwischendurch auch zu Hause — hilft, Veränderungen früh zu bemerken. Bei Katzen, die starken äußeren Einflüssen ausgesetzt sind, etwa Verschmutzungen oder dem Kontakt mit Gefahrstoffen, gehört entsprechend auch die Pflege von Haut und Fell dazu.
Mikrobiom und Immunsystem
Warum das Mikrobiom bei einem Tumorpatienten überhaupt eine Rolle spielt, erklärt sich aus der Anatomie: Der Magen-Darm-Trakt beherbergt einen erheblichen Teil des lymphatischen Gewebes des Körpers — nach Tizard etwa 75 Prozent. Dieses Gewebe steht in ständigem Kontakt mit einer enormen Vielfalt fremder Antigene, also körperfremder Strukturen, die sowohl aus der Nahrung als auch aus dem Mikrobiom selbst stammen.
Damit daraus keine Dauerentzündung wird, muss das Immunsystem des Darms fein unterscheiden: Auf Krankheitserreger soll es reagieren, gegenüber Futterbestandteilen und Kommensalen dagegen tolerant bleiben. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die dendritischen Zellen — Wächterzellen, die Antigene aufnehmen und den T-Zellen präsentieren und so darüber mitentscheiden, ob eine Immunreaktion anläuft oder unterdrückt wird. Gerät dieses System durcheinander, kann daraus eine chronische Entzündung entstehen; ausführlich beschrieben ist dieser Mechanismus auf der Seite zur Inflammatory Bowel Disease des Hundes.
Solche fehlgeleiteten Dauerreaktionen gegen Harmloses oder gegen den eigenen Körper gehören zu den Autoimmunerkrankungen. Auch für sie gibt es eine immunologische Behandlung: Bei der dendritischen Zelltherapie bei Autoimmunerkrankungen werden die Zellen im Labor nicht aktivierend, sondern regulierend ausgerichtet — mit dem Ziel, die überschießende Reaktion zu normalisieren.
Genau an diesen Zellen setzt die dendritische Zelltherapie an. Dem Tier wird Blut entnommen, aus den Monozyten — einer Gruppe der weißen Blutkörperchen — werden im Labor dendritische Zellen herangezogen und dem Patienten zurückgegeben. Bei Tumorpatienten werden diese Zellen so ausgerichtet, dass sie die körpereigene Abwehr wieder auf die Tumorzellen aufmerksam machen. Die Behandlung kommt ohne Zellgifte aus, ist gut verträglich und verbessert die Prognose hinsichtlich Lebensqualität und Lebenserwartung. Ein stabiles Mikrobiom und eine intakte Schleimhaut sind dabei kein Beiwerk, sondern die Grundlage, auf der ein Immunsystem überhaupt arbeiten kann. Welche Verfahren sich damit verbinden lassen, ist auf der Seite zu den Behandlungskombinationen zusammengestellt. Wie sich die Ernährung eines Tumorpatienten gestalten lässt, finden Sie unter Krebs beim Hund — die richtige Ernährung.
Wie belastbar ist die Studienlage?
Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Die Forschung zum Mikrobiom des Tieres steht noch am Anfang. Die vorliegenden Arbeiten sind überwiegend klein — die Untersuchung zur Mundflora umfasste 10 Hunde und 6 Katzen —, sie sind meist als Querschnitt angelegt und zeigen daher Zusammenhänge, keine Ursachen. Ob ein verändertes Mikrobiom einen Tumor mit hervorbringt oder ob umgekehrt der Tumor und seine Behandlung das Mikrobiom verändern, ist in den allermeisten Fällen offen.
Ebenso wenig ist bislang belegt, dass sich durch einen gezielten Eingriff in das Mikrobiom der Verlauf einer Tumorerkrankung bei Hund oder Katze beeinflussen lässt. Ein Fütterungsversuch bei diabetischen Katzen etwa veränderte die Zusammensetzung des Darmmikrobioms innerhalb von vier Wochen nicht messbar. Solche Ergebnisse mahnen zur Zurückhaltung gegenüber allzu einfachen Versprechen.
Was sich dagegen sagen lässt: Die Verschiebungen sind real, sie sind bei Hund und Katze mittlerweile mehrfach beschrieben, und sie ähneln denen beim Menschen. Für Sie als Halter heißt das nichts Kompliziertes — eine verträgliche, ballaststoffreiche Fütterung, ein zurückhaltender Umgang mit Antibiotika und eine regelmäßige Kontrolle von Maul und Haut sind einfache Dinge, die Ihrem Tier guttun. Und sie sind ein Teil der Behandlung, den Sie zu Hause in der Hand haben.
Quellen
Aluai-Cunha CS et al. (2023): The animal’s microbiome and cancer: A translational perspective. Vet Comp Oncol, https://doi.org/10.1111/vco.12892
Tachibana Y et al. (2025): Evaluation of the Oral Microbiome Community in Dogs and Cats With Oral Cancer. Abstract, 2025 VCS Annual Conference
Older CE et al. (2019): The feline cutaneous and oral microbiota are influenced by breed and environment. PLoS ONE 14(7):e0220463, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0220463
Kieler IN, Osto M et al. (2019): Diabetic cats have decreased gut microbial diversity and a lack of butyrate producing bacteria. Sci Rep 9:4822, https://doi.org/10.1038/s41598-019-41195-0
Tizard IR (2023): Canine Inflammatory Bowel Disease. In: Autoimmune Diseases in Domestic Animals, Elsevier, St. Louis, MO, 243–247
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Häufige Fragen
Was ist das Mikrobiom bei Hund und Katze?
Unter dem Mikrobiom versteht man die Gesamtheit der Mikroorganismen — Bakterien, Pilze und Viren —, die einen Körperbereich besiedeln: den Darm, die Mundhöhle oder die Haut. Der größte Teil davon sind Kommensalen, also Mitbewohner, die ihrem Wirt nicht schaden, sondern nützen. Entscheidend für die Gesundheit ist, dass das Gleichgewicht dieser Lebensgemeinschaft erhalten bleibt.
Was bedeutet Dysbiose?
Von einer Dysbiose spricht man, wenn das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht gerät: Einzelne Bakteriengruppen nehmen überhand, andere gehen zurück, und die Vielfalt insgesamt nimmt ab. Ausgelöst werden kann das durch die Erkrankung selbst, aber auch durch Arzneimittel — Antibiotika und Chemotherapeutika greifen die Zusammensetzung des Mikrobioms empfindlich an.
Was hat das Darmmikrobiom mit Krebs bei Hund und Katze zu tun?
Die kommensale Mikrobiota ist an der Regulierung zahlreicher Vorgänge beteiligt, nicht nur im Magen-Darm-System, sondern auch an weiter entfernten Organen. Einzelne Aspekte des Mikrobioms sind als tumorhemmend, andere als tumorfördernd beschrieben worden. In der Veterinärmedizin liegen Daten zu multizentrischen und intestinalen Lymphomen, kolorektalen Tumoren, Nasenneoplasien und Mastzelltumoren vor.
Kann die Mundflora etwas mit Mundtumoren zu tun haben?
Eine Untersuchung der University of Florida fand bei Hunden mit malignem Melanom im Mundraum vermehrt Bacteroides pyogenes und Tannerella forsythia, bei Katzen mit oralem Plattenepithelkarzinom vermehrt Bacteroides pyogenes und Porphyromonas cangingivalis. Diese Arten werden beim Menschen mit Krebserkrankungen im Kopf-Hals- und Verdauungsbereich in Verbindung gebracht. Ein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang ist das allerdings noch nicht.
Unterscheidet sich das Mikrobiom zwischen Katzenrassen?
Ja. In einer Untersuchung der Texas A&M University unterschied sich das Mikrobiom von Haut und Mundschleimhaut deutlich zwischen den Rassen; Bengalen und Sphinxkatzen zeigten die größte Abweichung. Freigänger wiesen eine größere Vielfalt auf als Wohnungskatzen, doch prägte die Rassenzugehörigkeit das Mikrobiom insgesamt stärker als die Umgebung.
Kann ich mit dem Mikrobiom den Verlauf einer Tumorerkrankung beeinflussen?
Dafür gibt es beim Tier bislang keinen Beleg — die vorliegenden Studien sind klein, meist als Querschnitt angelegt und zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Was Sie zu Hause tun können, ist einfach: eine verträgliche, ballaststoffreiche Fütterung, ein zurückhaltender Umgang mit Antibiotika und eine regelmäßige Kontrolle von Maul und Haut.
Was hat das Mikrobiom mit der dendritischen Zelltherapie zu tun?
Der Magen-Darm-Trakt beherbergt einen erheblichen Teil des lymphatischen Gewebes des Körpers, und dendritische Zellen entscheiden dort mit darüber, ob eine Immunreaktion anläuft. Genau an diesen Zellen setzt die dendritische Zelltherapie an: Aus dem Blut des Tieres werden im Labor dendritische Zellen herangezogen und zurückgegeben, um die Abwehr wieder auf die Tumorzellen auszurichten. Ein stabiles Mikrobiom und eine intakte Schleimhaut sind dabei die Grundlage, auf der ein Immunsystem arbeiten kann.