Tumorerkrankung

Tumorarten bei Pferden

Dieser Überblick über die häufigsten Tumorarten ergänzt die allgemeine Seite zu Tumore bei Pferden um die Einzelheiten zu Häufigkeit, Lokalisation und Behandlung.

Tumorart beim Pferd suchen

Gut und bösartige Tumore bei Pferden

Wenn von Tumoren gesprochen wird, so sollte zunächst in gut- und bösartige Tumore unterschieden werden. Gutartige Tumore stellen häufig eine weniger große Bedrohung für Ihr Pferd dar, wachsen langsamer und bringen in der Regel auch weniger Symptome mit sich. Dennoch können sie an anatomisch schwierigen Stellen große Probleme bereiten. Bösartige Tumore (Krebs) hingegen sind deutlich gefährlicher und aggressiver, streuen eher auf andere Organe und können sich durch starke Symptome äußern. Natürlich muss daran gedacht werden, dass durch die Körpergröße der Pferde das Ausmaß und die Eigenart der Tumoren oft nicht erfasst werden kann.

Durch eine Gewebe-Entnahme, auch Biopsie genannt, kann Ihr Tierarzt feststellen, um welche Tumorart es sich bei Ihrem Pferd handelt. Auch dies vorbehaltlich der Körpermasse des erkrankten Patienten, die eine Probenentnahme im Tierkörper unmöglich machen kann.

Unterschiedliche Tumorarten und Lokalisationen

Neben der Klassifizierung in gutartige und bösartige Tumore gibt es auch eine Vielzahl an Tumorarten. Hier wird zum Beispiel zwischen einem Plattenepithelkarzinom, Melanom, Sarkoid, Fibrosarkom oder Lymphom unterschieden. Die Symptome, Diagnose als auch die Behandlung variieren je nach Art des Tumors. Melanome etwa werden anders behandelt als Sarkoide.

Darüber hinaus treten Tumore nicht immer nur an einer Körperregion auf. Sie können sich im Kopf, an der Haut, an den inneren Organen und vielen anderen Stellen bilden. Je nach Art und Lokalisation erschwert oder erleichtert dieses die Diagnose und Behandlung.

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Tumorarten bei Pferden

Eine Studie aus Großbritannien, für die 964 pathologisch-histologische Berichte ausgewertet wurden, hat ergeben, dass die häufigste Tumorart bei Pferden das Equine Sarkoid ist (24% der untersuchten Fälle). Weitere häufige Tumorarten, an denen Ihr Pferd erkranken könnte, sind das Plattenepithelkarzinom (mit 19%) und das Lymphom (mit 14%). Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Pferd auch an Melanomen, Stromatumoren der Geschlechtsdrüsen und Mastzelltumoren erkranken kann. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit geringer als bei der zuvor genannten Tumorart.

Generell lässt sich sagen, dass unabhängig von der Rasse Ihres Pferdes, die Gefahr einer Tumorerkrankung mit dem Alter wächst.

Merkmale, bei denen bestimmte Tumore gehäuft auftraten:

  • Stuten haben ein geringeres Risiko für eine Erkrankung an Plattenepithelkarzinomen
  • Araber oder Araberkreuzungen leiden unter einer erhöhten Befallrate von Mastzellentumoren
  • Mittelgroße Pferde zeigen ein erhöhtes Erkrankungspotential für Plattenepithelkarzinome und Mastzelltumore
  • Schimmel haben eine deutlich erhöhte Neigung zu Melanomen — mit zunehmendem Alter entwickelt die Mehrzahl der Schimmel solche Tumoren; besonders häufig betroffen sind Schimmel der Rasse Pura Raza Española (PRE). Einzelheiten stehen auf der Seite Schimmelkrebs.
  • In der englischen Studie wird zudem ein erhöhtes Melanomrisiko für Ponys angegeben; ob sich dieser Befund auf Ponys allgemein übertragen lässt, ist aus unserer Sicht fraglich.
  • In dieser Studie wurde das Fibrosarkom beim Pferd nicht als eine der sechs häufigsten Tumorarten identifiziert. In Deutschland wird diese Tumorart in den pathologisch-histologischen Untersuchungen häufiger beobachtet.

Die sechs häufigsten Tumorarten bei Pferden nach der englischen Untersuchung:

Tumorart

Häufigkeit

Equines Sarkoid

24%

Plattenepithelkarzinom

19%

Lymphom

14%

Melanom

6%

Stromatumor

6%

Mastzelltumor

4%

Seltene Tumorarten fehlen in solchen Auswertungen naturgemäß — und werden gerade deshalb leicht übersehen. Ein Beispiel ist der Mammatumor beim Pferd: Tumoren der Milchdrüse betreffen weniger als 2 % der Pferde, sind aber fast immer bösartig. Weil eine Umfangsvermehrung am Euter der Stute zunächst meist für eine Euterentzündung gehalten wird, vergeht bis zur richtigen Diagnose oft wertvolle Zeit.

Hauttumore bei Pferden

Eine weitere Studie aus den USA zu Tumoren auf der Haut bei Pferden zeigt, dass das Equine Sarkoid, das Plattenepithelkarzinom und das Melanom die drei häufigsten Tumorarten bei Pferden sind. Dabei kommen Hauttumore, die durch UV-Strahlen entstehen, etwa zwei- bis dreimal häufiger in Colorado (US-Bundesstaat mit hoher UV-Strahlenrate) vor als in Kanada (eher geringe UV-Strahlenrate). Appaloosa und American Paint Horses sind mehr als sieben bzw. vier Mal stärker von durch UV-Strahlen induzierten Tumoren betroffen. Vollblüter zeigen eine Disposition für Lymphome und Araber für Melanome. Tumore in der Perianalgegend erweisen sich häufig als Plattenepithelkarzinome oder Melanome.

  • Appaloosa und American Paint Horse haben eine höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit für durch UV-Strahlen verursachte Tumore.
  • Lymphomerkrankungen sind bei Vollblütern häufiger als bei anderen Rassen.
  • Bei Arabern ist die Erkrankungsrate für Melanome höher als bei anderen Rassen.

Die Behandlung von Tumoren bei Ihrem Pferd

Um einen Tumor zu behandeln, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am häufigsten wird zunächst eine Operation durchgeführt, um den Tumor zu entfernen. Da dieser durch eine OP nicht immer vollständig entfernt werden kann und so auch nicht das Risiko eines Wiederauftretens verringert wird, werden weitere Behandlungsmöglichkeiten genutzt.

Tumorarten bei Pferden - Detaillinformationen

Hier finden Sie genauere Informationen zu folgenden Tumorarten:

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Häufige Fragen

Welche Tumorarten sind bei Pferden am häufigsten?

Nach einer Studie aus Großbritannien, für die 964 pathologisch-histologische Berichte ausgewertet wurden, ist das Equine Sarkoid mit 24 % der Fälle die häufigste Tumorart, gefolgt vom Plattenepithelkarzinom (19 %) und dem Lymphom (14 %). Seltener sind Melanome und Stromatumore (je 6 %) sowie Mastzelltumore (4 %).

Woher weiß ich, ob der Tumor meines Pferdes gut- oder bösartig ist?

Durch eine Gewebe-Entnahme, auch Biopsie genannt, kann der Tierarzt feststellen, um welche Tumorart es sich handelt — wobei die Körpermasse des Pferdes eine Probenentnahme im Tierkörper mitunter unmöglich machen kann. Gutartige Tumore wachsen langsamer und bringen in der Regel weniger Symptome mit sich, können aber an anatomisch schwierigen Stellen große Probleme bereiten. Bösartige Tumore (Krebs) sind deutlich gefährlicher und aggressiver und streuen eher auf andere Organe.

Welche Pferde haben ein erhöhtes Tumorrisiko?

Unabhängig von der Rasse wächst die Gefahr einer Tumorerkrankung mit dem Alter. Daneben gibt es Dispositionen: Schimmel — besonders der Rasse Pura Raza Española — entwickeln mit zunehmendem Alter sehr häufig Melanome, Araber und Araberkreuzungen erkranken häufiger an Mastzelltumoren, Vollblüter neigen zu Lymphomen, und Appaloosa sowie American Paint Horses sind mehr als sieben- beziehungsweise viermal stärker von UV-bedingten Hauttumoren betroffen. Stuten haben dagegen ein geringeres Risiko für Plattenepithelkarzinome.

Spielt Sonnenlicht bei Hautkrebs beim Pferd eine Rolle?

Eine Studie aus den USA zeigt, dass Hauttumore, die durch UV-Strahlen entstehen, etwa zwei- bis dreimal häufiger in Colorado (US-Bundesstaat mit hoher UV-Strahlenrate) vorkommen als in Kanada mit eher geringer UV-Strahlenrate. Die drei häufigsten Hauttumore beim Pferd sind demnach das Equine Sarkoid, das Plattenepithelkarzinom und das Melanom.

Wie werden Tumore beim Pferd behandelt?

Am häufigsten wird zunächst eine Operation durchgeführt, um den Tumor zu entfernen. Da er durch eine OP nicht immer vollständig entfernt werden kann und so auch das Risiko eines Wiederauftretens nicht verringert wird, werden weitere Behandlungsmöglichkeiten genutzt. Symptome, Diagnose und Behandlung variieren je nach Tumorart — Melanome etwa werden anders behandelt als Sarkoide.

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